Kanun


 

Das Kanun ist eine Form der Zither, die im Orient beheimatet ist und wird deshalb auch als Orientalische Zither bezeichnet.

Fast überall auf der Welt findet man Instrumente der Zitherfamilie, die folgende Gemeinsamkeit besitzen: Sie haben einen keinen Hals und die Saiten sind über den Resonanzkörper gespannt.

Das Kanun ist seit dem 10. Jahrhundert bekannt. Fast alle Organologen sind sich darüber einig, dass das arabische Wort kanun vom griechischen Wort kanon abgeleitet worden ist. Es wird auch davon ausgegangen, dass das Instrument ihre Form wie die eines geometrischen Trapezoids von den Arabern bekam. Im Gegensatz zur alpenländischen Zither ist dieses Instrument mit Darm- oder Nylonsaiten, neuerdings auch aus Fluorcarbon, bespannt, die je nach geographischer Region variieren können. Der Steg steht nicht auf einer Holzdecke, sondern auf Pergament (als Trommelfell), ähnlich wie beim Banjo. Dadurch ergibt sich ein charakteristischer Klang. Das Instrument wird liegend auf der Längsseite gegen den Körper gespielt. Der Musiker sitzt auf einem Stuhl, und das Kanun liegt auf seinem Schoß oder vor ihm auf dem Tisch. Das Kanun wird mit Plektren gezupft, die wie Fingerhüte auf die Zeigefinger gesteckt werden.

Der Tonbereich hat eine Länge von dreieinhalb Oktaven.

Es hat in der Regel 72 Saiten, wovon drei nebeneinander liegende Saiten auf einen Ton gestimmt sind und einen so genannten dreichörigen Bezug bilden.

Das Instrument verfügt über einen Tonvorrat von 24 Tönen bzw. drei Oktaven. Unter jedem Saitenchor befinden sich mehrere umklappbare Stege, die je nach Bedarf auf- oder niedergeklappt werden können und somit durch verkürzen oder verlängern der Saiten den Ton mehrfach erhöhen oder erniedrigen. Das Kanun wird von jedem Künstler selbst an den Stimmnägeln der einzelnen Saiten über einen mehr oder weniger reich verzierten Schlüssel gestimmt.